Die Architektenschaft übernimmt Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel und die Integration unserer Kulturwelt in die Naturwelt. Wirtschaftliche Stabilität und Perspektive für den Berufsstand sind Voraussetzung für die Qualität unserer Lebensräume. Die Novellierung der HOAI zu fordern, für mehr Leistungswettbewerb im Vergaberecht zu streiten, dafür stehe ich. Baukultur und eine nachhaltig gestaltete Umwelt gehören untrennbar zusammen.

Andrea Gebhard
Präsidentin der Bundesarchitektenkammer

 

 

Leitbild für Nachhaltigkeit und Klimaschutz 

 

 beim PLANEN, in der STADTPLANUNG und beim BAUEN, sowie ZIELE FÜR STARNBERG ... unten ...

am Ende: die Petition an den Bundestag von "architects for future"

 


Auch Insektenhotels können neu gedacht werden, wie die Beispiele von Joe Schalper hier zeigen.

Energiegewinnung, Einsparung von Ressourcen, alternative Lebensformen, Luftreinhaltung, Lärmreduzierung, Erhalt der Landschaft ... es gibt so viele neue Ansätze, die zu Perspektivenwechsel führen, zu innovativem Denken.

Ich starte hier das Projekt: Sammlung von interessanten, neuen Ideen in der Architektur.

unter dem Motto: "realisierte Utopien"

Es soll dabei nur um Hinweise gehen, weniger um detaillierte Beschreibungen.

 

 1. Flächenverbrauch

2. Identität

3. Nachhaltigkeit

4. Geschoßwohnungsbau

5. Wohnen

6. Luftreinreinhaltung

7. Energiegewinnung


Flächenverbrauch



aus dem Architektenblatt 2 - 2021: Novelle der Bayrischen Bauordnung
Flexibilisierung der Stellplatzsatzung:
Die Gemeinden können in ihren Stellplatzsatzungen die örtliche Infrastruktur berücksichtigen und so flexibler die Anzahl der Stellplätze regeln.


In der Kreistagssitzung am 27. Juli 2020 ist eine Masterarbeit vorgestellt worden:

"Flächenverbrauch im Landkreis Starnberg"

Der Student Zimmermann (Uni Augsburg) ist von der gwt (Gesellschaft für Wirtschaft und Tourismus) beauftragt worden - Herr Winkelkötter hat Zimmermann bei der Präsentation begleitet und unterstützt.

STATISTISCHE BERECHNUNG DES FLÄCHENVERBRAUCHS:

Ein Wohnhaus könnte zum Beispiel eine Grundfläche von 8,00 x 10,00 Metern haben. Ganz unbedarft geht man nun von einem "Flächenverbrauch" von 80,00 qm aus.

Das wäre auch richtig, wenn eine Person in dem Haus leben würde.

Bei 2 Personen reduziert sich der Flächenverbrauch auf 40,00 qm, usw.

So ergibt sich statistisch gesehn, dass der Flächenverbrauch im Landkreis Starnberg und in München gleich ist: sehr gering.

In Franken und in der Oberpfalz dagegen ist er sehr hoch.

Das Ergebnis der Masterarbeit wurde rot markiert: Gewerbegebiete tragen zum Flächenverbrauch nur einen untergeordneten Teil bei.

Da die Arbeit zeitlich begrenzt war, spielten auch Verkehrsflächen nur eine untergeodnete Rolle: zwischen 2013 und 2018 ist keine neue Straße eröffnet worden. Die Umgehungen, die neu durch bis dahin unberührte Landschaften gepflügt worden sind, waren da entweder schon fertig, oder sind danach frei gegeben worden.


Identität


Als überzeugte Europäerin plädiere ich für ein "Europa der Regionen".

Was bedeutet Identität in dem Zusammenhang?

Es geht nicht um die Nationalität, nicht um die Erhaltung von Nationalstaaten, nicht um politische Abgrenzung.

Es geht (mir) um den Erhalt der Eigenheiten der vielen, unterschiedlichen Regionen.

Haben wir dafür vielleicht schon das Gespür verloren? Macht uns unsere Mobilität unsensibel? Versinken wir vielleicht schon in der Globalisierung?

Was ist denn Identität? Und was ist eigentlich unsere Identität?

 

Alle nachfolgenden Fotos sind mitten in Starnberg aufgenommen

Die Gestaltung des öffentlichen Raums - damit fang ich mal an, der Frage auf den Grund zu gehn.

 

Es geht dabei nicht um gestalterische Qualität oder Funktionalität, sondern um die Frage, welche Gefühle sich einstellen beim Betrachten der Bilder.

Starnberg wird auf Postkarten und zu Reklamezwecken so oder so ähnlich dargestellt wie auf dem großen Bild vor der Raiffeisen-Bank (hier Mitte rechts).

 

 

 

 

 

aus welchem Foto würden wir eine Postkarte machen:

wem würden wir welche Ansicht schicken und warum ...


Nachhaltigkeit


aus dem Architektenblatt 2 - 2021: Novelle der Bayrischen Bauordnung
Vereinfachung für das Bauen mit Holz:
Bauen mit Holz wird nach der Novelle in allen Gebäudeklassen möglich sein ...


Nachhaltigkeit ist das Schwerpunktthema im DEUTSCHEN ARCHITEKTENBLATT 05.2020

 

"Man sieht sich immer zweimal", Artikel von Frank Maier-Solgk

Dass wir nicht um Recycling herum kommen, ist eigentlich ein alter Hut. Doch beim Bau von Häusern wird oft noch gearbeitet als gäbe es kein Morgen. Die "Cradle to Cradle"- Bewegung will das ändern und Gebäude als Materiallager der Zukunft etablieren - mit inzwischen beachtlichen baulichen Ergebnissen hierzulande.

Ein Gebäude soll so konzipiert werden, dass es nicht nur weniger Schaden verursacht, sondern für Mensch und Umwelt Mehrwerte erzeugt.

BEISPIELE:

* Pilotprojekt - der Sitz der RAG auf Zeche Zollverein im Ruhrgebiet

* C2C-Wohnhochhaus "Moringa" in Hamburg

* NGO "C2C Lab" in Berlin

* niederländischer Vorreiter - das Venloer Rathaus

* "The Cradle" in Düsseldorf

 


Geschoß-Wohnungsbau


Im März 2016 hat der Münchner Stadtrat das Wohnungsbauprogramm "Wohnen für Alle" verabschiedet.

 

Die GEWOFAG beauftragte das Büro "Florian Nagler Architekten" mit dem Bau von 100 Klein-Wohnungen für Flüchtlinge und Wohnungslose am Dantebad.

 

Das BESONDERE:

Die 4200qm werden genutzt als öffentlicher Parkplatz für die Besucher des Bades. Das 110 Meter lange und 12 Meter breite Wohngebäude ist über diese bereits versiegelte Fläche gebaut worden!

Stahlbetonstützen und -Decke bilden einen Tisch, unter dem geparkt wird - darauf wurden die vorgefertigten Holzrahmenmodule aufgeständert. Die Bauzeit war atemberaubend kurz!

 

Der Architekt Tobias Pretscher, von dem auch die Fotos sind, war der Projektleiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wohnen überm öffentlichen Parkplatz -

beschrieben auch in der "Bauwelt 10.2017" und im Architektenblatt


Wohnen


Daniel Fuhrhop: Text auch auf dem Bauverbot-Blog: https://www.verbietet-das-bauen.de/bauueberfluss-2019/

Liebe Frau Schalper,

der Bauüberfluss ist 2019 um ein Viertel gestiegen: rechnerisch wurden 219.500 Wohnungen zu viel gebaut (nach 173.900 im Vorjahr). Dabei überlagern sich zwei Entwicklungen – zum einen stieg die Einwohnerzahl Deutschlands mit 147.000 so wenig wie seit 2012 nicht mehr. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 2,0 wären daher nur 73.500 zusätzliche Wohnungen erforderlich gewesen. Fertiggestellt wurden 2019 jedoch 293.000 Wohnungen (davon 260.791 im Neubau, der Rest durch Umbau). So ergibt sich ein Bauüberfluss von 219.500 Wohnungen, die rechnerisch zu viel gebaut wurden.

 

Genau genommen handelt es sich um den Bauüberfluss erster  Stufe, und in einer zweiten Stufe könnte man Ersatz für abgerissene Wohnungen addieren. Leider werden die Wohnungsabgänge in Deutschland nicht komplett erfasst, weil je nach Bundesland manche Abrisse nicht gemeldet werden müssen. Die Zahl könnte bei 20.000 liegen, andere nennen 80.000. Doch auch dann läge der Bauüberfluss zweiter Stufe bei mindestens 140.000. Näheres zur Berechnung siehe erweiterte Neuauflage der Streitschrift „Verbietet das Bauen!“, Seite 58 f. (Rezensionsexemplar oekom Verlag reinemann@oekom.de oder auf diese Mail antworten).

 

Trotz des Bauüberflusses suchen zweifellos viele Menschen in Großstädten dringend eine Wohnung. Doch die Zahlen zeigen, dass der Grund dafür nicht in der Masse des Neubaus liegt, sondern an der Verteilung von Wohnraum. So sagt Daniel Fuhrhop, Buchautor (“Verbietet das Bauen!“) und Wissenschaftler an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: „Aus drei Gründen fehlt Wohnraum, erstens Spekulation und Zweckentfremdung, zweitens eine ungleiche regionale Verteilung mit Boomstädten hier und schrumpfenden Orten dort, und drittens der unsichtbare Wohnraum“. Hinter dem Begriff des unsichtbaren Wohnraums verbergen sich ungenutzte Zimmer, etwa leere Kinderzimmer nachdem die Kinder ausgezogen sind. Vor allem viele ältere Menschen wohnen allein im großen Haus und sind dort nicht unbedingt glücklich, sondern einsam. „Wenn wir denjenigen helfen, die ihren zu großen Wohnraum anders nutzen möchten, handeln wir nicht nur sozial, sondern schaffen Wohnraum weitaus kostengünstiger als durch Neubau und vermeiden die Klimaschäden des Bauens“, sagt Daniel Fuhrhop.

 

Bauen ist für zwanzig bis dreißig Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Darum sagt Daniel Fuhrhop: „Nach der Flugscham ist es Zeit für eine Bauscham. Obendrein ist Neubau unnötig, wie die um ein Viertel gestiegene Zahl des Bauüberflusses 2019 zeigt. Anstatt mit über 250.000 neu gebauten Wohnungen das Klima weiter zu zerstören, sollten wir die über 42 Millionen Altbauwohnungen besser nutzen.“ Hierfür fordert Fuhrhop ein Programm zur Mobilisierung des unsichtbaren Wohnraums mit Förderung von Umbauten (Abtrennen von Einliegerwohnungen), Umzügen und Untermiete (Modell „Wohnen für Hilfe“).

 

 

 

Text auch auf dem Bauverbot-Blog: https://www.verbietet-das-bauen.de/bauueberfluss-2019/

 

Weitere Informationen:

Daniel Fuhrhop

Bürgerstraße 57a

26123 Oldenburg

Tel.: 0441-933 26 95

Fax: 0441-935 15 70

post@daniel-fuhrhop.de

 

ERWEITERTE NEUAUFLAGE SEIT MAI 2020 Bauverbot-Buch: http://www.verbietet-das-bauen.de/buch

Online-Vortrag „100 Werkzeuge für Wohnraum in Altbauten“ https://youtu.be/z0NabAXATqU

Bauverbot-Blog www.verbietet-das-bauen.de

Webseite www.daniel-fuhrhop.de

 

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg https://uol.de/index.php?id=61229

Forschungsprojekt http://www.daniel-fuhrhop.de/optiwohn/

 

 


Bücher zum Thema:

 

Daniel Fuhrhop: "VERBIETET DAS BAUEN - eine Streitschrift" und "EINFACH ANDERS WOHNEN - 66 Raumwunder für ein entspanntes Zuhause, lebendige Nachbarschaft und grüne Städte"

Niklas Maas: "WOHNKOMPLEX - warum wir andere Häuser brauchen"


Clusterwohnungen - flexible Grundrisse

Text:  Ausstellungskatalog 2017  "ALLE WOLLEN WOHNEN - sozial, gerecht, bezahlbar" des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW

"Clustergrundrisse schaffen gemeinschaftliches Miteinander + private Zurückgezogenheit. Die aktuelle Situation einer zunehmend individualisierten Gesellschaft geht einher mit einem neu erwachten Bedürfnis nach Gemeinschaft. Die Satellitenwohnungen ermöglichen gegenseitige Unterstützung über Generationen hinweg oder unter Gleichgesinnten. Darüber hinaus erleichtern diese Wohnformen neue soziale Kontakte und bieten eine große Flexibilität, wenn sich Lebenssituationen verändern. Anders als in der WG mischen sich Nähe und Distanz der Mitbewohner auf neue Weise.

Herausforderungen an die Cluster sind neue Miet- und Verwaltungsmodelle. So haben sich in der Schweiz bei einigen Projekten die Mieter einer Clusterwohnung zu einem Verein zusammengeschlossen. Der Verein mietet die Wohnung und jeder einzelne Mieter hat mit dem Verein einen Untermietvertrag. Gelöst werden muss zukünftig die Frage, wie sich die Gemeinschaften vor dem Ersteinzug bilden und in den Planungsprozess integriert werden können. Daher sind Clustertypologien bisher nur von Genossenschaften und Bauherrengruppen realisiert worden."


Luftreinhaltung


Bosco Verde - vertikaler Wald in Mailand

"In der Stadt der Zukunft darf der Mensch nicht mehr der einzige Protagonist sein."

"So wie der Mensch über seine Wohnung verfügt, so müssen andere Lebewesen über Räume verfügen können, die sich ohne den Menschen selber organisieren."

2009 ist mit der Etablierung einer vertikalen, landwirtschaftlichen Fläche an zwei Wohnblocks in Mailand begonnen worden. Ausgewählte Pflanzen werden von Menschen angebaut und gepflegt. Gärtner sind ständig mit Gießen und Schneiden beschäftigt. Die Bewohner dürfen das selber nicht  machen. Es wäre zu gefährlich und nicht zuverlässig. Nachteil ist deshalb, dass das Wohnen teuer ist! Dafür aber ist die Luft rein, die Beschattung angenehm und die Athmosphäre erfrischend.

 


Energiegewinnung


In einem Neubauviertel in Hamburg, Jenfelder Au, wird die Gewinnung von Energie aus Abwasser erprobt.

*Grauwasser aus Bad und Küche

*Schwarzwasser aus den Toiletten

*Regenwasser

werden in verschiedenen Leitungen abgeführt.

Die Toiletten und die Schwarzwasserleitungen funktionieren mit Unterdruck. Beim Spülen ist das typische Sauggeräusch zu hören und man kommt mit 1 Liter Wasser aus - normalerweise braucht man 6 - 9 Liter. Das Abwasser landet in einer Faulanlage, in der es mit Fettresten (zum Beispiel aus der Gastronomie) zu Biogas vergärt, womit ein Blockheizkraftwerk betrieben wird, das Strom und Wärme erzeugt.

Zudem können aus den Gärresten Pflanzennährstoffe wie Phosphor und Stickstoff zurückgewonnen werden.


Das "Algenhaus" in Hamburg-Wilhelmstadt

Die Algen in den an den Hauswänden installierten Bioreaktoren wandeln durch Photosynthese energieärmere Stoffe in energiereiche Biomasse um. Auf der sonnenzugewandten Vorderseite des Hauses sind lichtdurchlässige, plattenförmige Kollektoren installiert. In Hohlräumen zirkuliert für die Algenzucht notwendiges Kulturmedium. Die Kollektorelemente sind drei Meter hoch und 60 Zentimeter breit und zu Clustern zusammengeschaltet. Über einen Wasserkreislauf werden die Algen kontinuierlich mit Nährstoffen und CO2 versorgt. Große Luftblasen wirbeln das Wasser auf. Geerntet werden die Algen in einem Technikraum im Inneren des BIQ. Die breiige Algenbiomasse wird dann in einer externen Biogasanlage in Biogas umgewandelt. Die Umsetzung zu Methan erfolgt mit einem Wirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent.

Visualisierung BIQ-groß



 

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

 

PLANEN:

Ein Konflikt scheint zu entstehen, wenn bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll, dafür aber keine neuen Flächen beansprucht werden dürfen. Lösungsvorschläge:

 *Überlegungen zur Höhenentwicklung

 *Überlegungen zum tatsächlich notwendigen Raumbedarf

 *Förderung alternativer Lebensformen wie „Mehrgenerationen-WG“, „Wohnen für Mithilfe“, usw.

 *Berücksichtigung sich schnell verändernder Lebensverhältnisse z.B. durch flexible Grundrisse

 *BürgerInnen-Beteiligung an diesem Entwicklungsprozess

 *nachhaltig gestaltete Gewerbeflächen

 

STADTPLANUNG:

Die Nutzung des öffentlichen Raums muss neu gedacht werden – wir geben den Autos zu viel Raum. Und wir erleben eine Umstrukturierung der Arbeitswelt, Stichwort „homeoffice“.

Umsetzung:

 *Stadt der kurzen Wege: Arbeiten und Wohnen ist nicht mehr strikt getrennt; Wohnen und Besorgung der Dinge des täglichen Bedarfs bilden eine Einheit;

 *gleichberechtigte Mobilität

 

BAUEN:

Langsam entwickelt sich ein Bewusstsein darüber, wie umweltschädlich in diesem Sektor nach wie vor gearbeitet wird.

Verhaltensänderung:

 *ressourcenschonende, klimaneutrale Materialien

 *klimafreundlicher Energieverbrauch

 *genossenschaftliches Bauen und ausgewogene Bauherrenmodelle

 

Ziele und Umsetzung für Starnberg

 *unter Berücksichtigung von Starnbergs Identität

 *und dem Erhalt der dörflichen Stadtteil-Strukturen

entwickelt sich in der Stadt ein Bewusstsein darüber, dass wir unser bereits beschlossenes Ziel der Klimaneutralität, gemeinsam erreichen wollen und erreichen werden.

Unterstützende Maßnahmen:

 *Leerstands- und Freiflächenkataster

 *Nutzung des Altbestands vor Neubauten

 *Grünkonzept + Stellplatzänderungen + Freiflächen statt Parkplätze

 *Wassermanagement

 *die Stadtverwaltung geht mit gutem Beispiel voran

 

 Projekte und Maßnahmen des AK

1.Anregungen und Stellungnahmen zu Ereignissen in der Stadt, Bauen & Umwelt betreffend

2.Sammeln von bereits realisierten Innovationen

3.Unterstützung aller STAgenda21 Arbeitskreise

 


Architects for Future e.V. fordert:

Umfassendes Maßnahmenpaket für ein klima- und sozialverträgliches Bauen

Text der Petition

Mit der Petition wird ein klima- und sozialverträglicher Bausektor gefordert. Durch ein umfassendes Maßnahmenpaket wird vollständig auf nachhaltiges Bauen und Betreiben von Gebäuden umgestellt, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen und die Lebensqualität unserer gesamten Umwelt zukunftssicher zu gestalten. Vordringlich werden elementare Änderungen vollzogen bezüglich Baustoffen, Kreislauffähigkeit, Ökobilanzierung, Bestandsschutz, Biodiversität, Bildung/Lehre und Bedarfsplanung. Begründung

Der ökologische Fußabdruck von Gebäuden ist höher als viele denken: Bau und Betrieb von Gebäuden verursachen in Deutschland ca. 40% des CO2-Ausstoßes, 52% unseres Müllaufkommens und verbrauchen 90% der mineralischen, nicht nachwachsenden Rohstoffe in der Baustoffproduktion (Quellennachweis architects4future.de). Um dies zu ändern, muss Deutschland eine umfassende Bauwende einleiten. Effektive Veränderungen werden vor allem mit Gesetzen erreicht. Das Verantwortlichmachen des Einzelnen und punktuelle Förderung genügen nicht. Die aktuellen baupolitischen Rahmenbedingungen sind unzureichend und so nicht konform mit den Zielen der Pariser Klimakonferenz.

Wir fordern:

1.

Der Marktpreis von Baumaterialien muss alle Umweltfolgekosten umfassen. Umweltschädliche Baustoffe werden teurer und ökologisch nachhaltige mittels Querfinanzierung günstiger. Bei der Bepreisung wird die gesamte Umweltbilanz incl. CO2- Wert sowie Energie- und Wasserverbrauch berücksichtigt - von Rohstoffgewinnung über Produktion und Transport bis hin zu Wiederverwertbarkeit bzw. Entsorgungsaufwand.

2.

Bauprodukte müssen kreislaufgerecht rückgebaut und verbaut werden, um sie nach Dekonstruktion wieder verwenden zu können. Qualitäts- und Funktionalitätsverlust (Downcycling) wird vermieden und Material aus Rückbau (Urban Mining) genutzt. Die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen werden hierfür geschaffen und in den entsprechenden Regularien festgelegt.

3.

Ressourcenaufwand und CO2-Ausstoß eines Gebäudes müssen über den ganzen Lebenszyklus transparent dargestellt werden, incl. Gebäudebetrieb und ggf. vorhergehendem Abriss. Daten wie die Graue Energie (energetischer Gesamtaufwand für den Bau eines Gebäudes), Ressourcenverbrauch und Kreislauffähigkeit werden in Gesetzen (u.a. Gebäudeenergiegesetz), bei Förderungen, der Kreditvergabe und allen GebäudeZertifizierungen berücksichtigt.

4.

Flächenversiegelung wird minimiert und nur noch genehmigt, wenn sie am Gebäude oder in direkter Umgebung ökologisch ausgeglichen wird. Andernfalls führt sie zur Zerstörung von Tier- und Pflanzenhabitaten, Artensterben sowie weiterer Überhitzung und Überflutung.

5.

Der Schutz von Bestandsgebäuden muss durch ein Gesetz geregelt werden, das Abriss nur genehmigt, wenn er sozial- und klimanotwendig ist. Sanierungen werden, über den Denkmalschutz hinaus, förderungsfähig. Die Quote der energetischen Sanierungen wird massiv erhöht. Zugleich wird eine Muster-UMbauordnung eingeführt, die Sanierungen von Bestandsbauten erleichtert, z.B. durch Abweichungen von den Neubau-Richtlinien.

6.

An Hochschulen und in Ausbildungsstätten wird nachhaltiges Bauen verpflichtend in die Lehrpläne integriert. Für bereits ausgebildete Fachkräfte werden entsprechende Weiterbildungen verpflichtend.

7.

Zukünftig wird nachweislich bedarfsorientiert, flexibel und umnutzbar geplant und gebaut, um Wohnungs- und Infrastrukturmangel, Leerstand und Spekulation vorzubeugen. Das stärkt die soziale Stadtstruktur und macht sie resilienter.

 

Unterzeichne JETZT: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_11/_23/Petition_118228.html

 

Wie funktioniert das mit der Petition?

Jede*r Bürger*in kann eine Petition beim Deutschen Bundestag einreichen. Der Inhalt sollte eine gewisse gesellschaftliche Relevanz vorweisen und wird nach der formalen Prüfung durch den Petitionsausschuss auf der E-Petitionsseite des Bundestages für vier Wochen veröffentlicht. Wurde eine Petition zum Ende dieser Frist von mindestens 50.000 Bürger*innen unterzeichnet, wird der*die Hauptpetent*in zur öffentlichen Anhörung vor den Petitionsausschuss geladen. Hier kann er*sie sein Anliegen persönlich vortragen und der Bundestag ist verpflichtet sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Petitionen sind häufig der erste Stein, der eine Gesetzesänderung ins Rollen bringt.

 

Erklärvideo des Bundestages www.youtube.com/watch?v=uh8nWE_OtVI&feature=share

Du willst mehr wissen? Weiterführende Informationen findest Du auf unserer Website www.architects4future.de

Wenn Du auf dem Laufenden bleiben willst, dann abonniere unseren Newsletter und folge uns auf facebook | instagram | twitter