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Erinnerungen an den Filmclub
veröffentlicht in den Starnberger Heften - Nr. 19 - Juli 2018
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vergib deinen Feinden aber vergiss nie ihre Namen (J.F. Kennedy)
Rache ist keine gute Ratgeberin!
erstmals öffentlich gelesen in der Bücherjolle in Starnberg im April 2018, musikalisch begleitet von Erik Berthold
vergib deinen Feinden aber vergiss nie i
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wenn´s nur grad schon vorbei wär
erstmals veröffentlicht als Lesung in der Bücherjolle in Starnberg mit der musikalischen Begleitung von Erik Berthold
am 6. Dezember 2017
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für Franz nach dem AfD-Stammtisch-Schock
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für Franz - auf gute Nachbarschaft.odt
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150325 Schalper Wanninger.odt
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Das ist die Laudatio von Sepp Dürr auf mich, anlässlich der Verleihung des "grünen Wanninger" am 12. April 2015, im Bosco in Gauting. Meines Erachtens war es der beste Beitrag der Veranstaltung. Die Wahl des Laudators: ein voller Erfolg!!


In einem Restaurant sitzt ein junges Paar in meinem Blickfeld.

Er trägt eine monumentale Halskrause.

Beide rauchen und trinken einen Aperitif.

Beide bestellen Muscheln.

Die Töpfe kommen, aber sie essen nicht. Sie reden. Er raucht.

Ich seh die Augen der Frau: dauernd wartet sie auf ein Zeichen von ihm. Ich glaub, dass sie sich jetzt gern die Muscheln reinhaun würde und dass es sie reut, dass sie kalt werden.

Er nippt an seinem Aperitif. Seine Haltung ist wegen dieser absurden Halskrause äußerst exaltiert. 

Sie essen nicht.

Und sie essen nicht.

Und dann doch endlich.

Sie spreizt die Finger zickig ab, zieht sich aber die Muschelschalen, an denen rote Soße hängt, angenehm gierig durch den Mund.

Er pickt vorsichtig ab und zu pommes mit einer leeren Muschel auf und knabbert sie erst ab, bis sie dann ganz im Mund verschwinden.

Die Verklemmung geht von ihm aus.

Aber sie ist die Blöde, finde ich, weil sie sich seiner unguten Art komplett anpasst.

Eine elende Beziehung - falls es eine ist. Ich würde ihr gern sagen, dass sie sich nicht soviel scheißen soll, dass sie seine Zicken nicht so ernst nehmen und sich selbst erst einmal fragen sollte, ob sie es wirklich toll findet, vor den Töpfen zu warten bis sie kalt sind.

"Du liebst mich nicht genug", sagt der Mann mir gegenüber. "So ein Gefühl hab ich manchmal."

 

veröffentlicht im Starnberger Heft "bzw." im Dezember 2017


Unterzucker

Am Anfang des neuen Jahrtausends.

Das Telefon klingelt.

Es ist zwei Uhr mittags, ein trüber Wintertag.

"Hallo Mamma", meldet er sich mit eigenartiger Stimme. "Ich hab ein kleines Problem, das wollt ich mal mit dir besprechen." Seine Zunge ist schwer. Jedes Wort schleppt sich aus seinem trockenen Mund.

Mir ist heiß.

"Ich hab ziemlich Unterzucker und bin hier in so einem Büro. Jetzt wollt ich dich mal um Rat fragen."

"Okay. Wo bist du?"

"Ja - ich weiß nicht so genau. An der Donnersbergerbrücke. In so einem Büro."

"Okay. Hast du noch Traubenzucker?"

"Nein, den hab ich schon gegessen. Ich hatte ein bisschen wenig dabei."

"Okay. Hast du Geld?"

"Ja, schon, aber hier gibt´s nix. Das ist ein Büro ... oder so."

"Was für ein Büro?"

"Weiß ich auch nicht. Irgendwie seh ich nicht mehr so gut."

"Da ist doch jemand da, oder!?"

"Ja."

"Dann gib mir mal jemand."

"Nein, nein, das ist nicht notwendig, das mach ich selber."

"Du hast mich angerufen!!"

"Ja ... wart mal ... "

" ... Ja, hallo?" sagt ein Mann.

"Äh, Grüß Gott, ich bin die Mutter von dem jungen Mann, der jetzt anscheinend bei Ihnen ist. Er ist Diabetiker und hat im Moment starken Unterzucker. Haben Sie vielleicht Traubenzucker im Haus?"

"Nein. Nein, sicher nicht."

"Okay. Dann vielleicht Zucker?"

"Wahrscheinlich schon."

"Okay. Es wär super, wenn Sie ihm Zucker geben könnten und Wasser. Das wäre auch toll. Ginge das?"

"Hmmm."

"Je schneller desto besser."

"Hmmm."

"Es besteht im Moment keine Lebensgefahr. Aber wenn er ohnmächtig wird, dann rufen Sie bitte unter allen Umständen den Notarzt."

"Oh!"

"Also erst mal Zucker und Wasser. Wo sind Sie denn?"

Er gibt mir eilig die Adresse und die Telefonnummer.

"Danke. Kann ich ihn nochmal haben?"

"Ja, ja!"

" ... also, er bringt dir was und wir holen dich. Wo ist denn das Auto?"

"Hier, irgendwo."

"Okay. Geh ja nicht weg!"

Wir haben ihn in einem sehr gestylten Büro abgeholt. Es liegt in einer Gegend in der man eher Junkies vermutet als Geschäftsleute. Sie haben ihn trotzdem rein gelassen, trotz seinem gelblich-weißen Gesicht, seiner dunklen  Augenringe, seiner schweren Lider. Er hat gezittert und war desorientiert, aber sie haben ihn trotzdem rein gelassen. Er konnte telefonieren und er hat ihre Zuckerdose geleert.

Sie haben ihn gerettet und wir konnten uns nur bedanken.

 

veröffentlicht in den "Starnberger Heften"

im März 2016

 


Das ist ein Romanheftl das ich unter einem Künstlernamen veröffentlicht habe.

Die Zeichnungen sind von Klaus Walterspiel, der auch der Herausgeber ist (mischen verlag).


veröffentlicht im "Starnberger Heft": fromm  im Herbst 2014

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Rechtsradikaler zum Thema: "Heimat".

So gehört von Erika Schalper auf dem Rotkreuzplatz in München am Stand der Republikaner

 

"Ich wähl die Braunsten, die wo´s gibt, weil ich Fremde im Land nicht da haben will. Der Gauweiler hat so eine gute Rede gehalten! In der Zeitung hab ich sie gelesen. Ich hab ja nicht alles verstanden und merken kann ich mir sowas auch nicht so gut. Aber die Rede: hervorragend! Ausländer raus! Deutschland den Deutschen! Bayern den Bayern! Das hat er g´sagt, der Gauweiler. Ein feiner Mann. Ein echter Bayer. Die Bayernpartei wähl ich nicht, die waren für den Volksentscheid. Das find ich schlecht. Das ewige Mitreden. Das ewige Besserwissen. Zur Nörgelei führt das und zur Unzufriedenheit, das hat der Franz Josef genau g´wusst. Auf den hat man sich verlassen können. Seine Kinder g´fallen mir nicht besonders . Die Buben schaun ein bisserl weich aus und die Hohlmeierin ... mei, sie ist halt eine Frau, da kann sie ihrem Vater noch so ähnlich sein. Sie ist ja auch für den Forschungsreaktor in Garching gewesen. Das find ich gut, dass wir den internationalen Anschluss nicht verlieren, sonst stehn mir ja da wie die Deppen. Dass dann da auch Fremde hinkommen, das kann man in dem Fall ruhig in Kauf nehmen. Das werden ja nicht grad so Hungerleider sein, die nix haben als wie ihre Haut. Da bin ich froh, dass´ uns so gut geht. Da muss man dem Herrgott schon danken, dass er die ganzen Naturkatastrophen und so weiter nicht über uns auslasst.  Das hat schließlich auch einen Grund, sag ich. Und deswegen bin ich gegen die Fremden, weil das Unglück von denen hat ja dann auch  einen Grund, oder!? Da hilft das ganze Schönreden nix. Und dem Herrgott pfusch ich nicht ins Handwerk! Der hat jedem die Heimat geschenkt, wo er meint, dass sie für ihn richtig ist. Und da soll der Mensch nicht drein reden. Und im Fernsehn, da kommt ja auch immer bloß ein Schmarrn. Ich schau ja nicht viel. Aber wenn ich schau, dann kommt ein Schmarrn. Am Nachmittag, wenn vielleicht Kinder vor dem Fernseher hocken, da glauben sie nicht, was da gezeigt wird! Von küssen und so, da würd ich ja nix sagen, aber die steigen ja nackert aus die Betten raus! Am Nachmittag! Wo vielleicht Kinder vorm Fernseher hocken! Und da sag ich Ihnen was: kennen Sie die  Schwarze, die Österreicherin? Käsbauer, oder so, heißt die. So eine Schwarze, wissen´s? Die kennen Sie doch, oder? Bei der waren Leut, das ist nicht zum glauben. Die haben nicht bloß vom ... Sie wissen schon ... vom äh ... ich mein: am Nachmittag! Aber da hätt ich vielleicht  ja noch nicht einmal was g´sagt. Aber wissen´s was der g´sagt hat!? Das allein, hat er g´sagt, das reicht ihm nimmer. Er braucht was anders. Und wissen´s was der g´sagt hat, dass er braucht!? Der Dreckhammel hat g´sagt, dass er sich anpieseln lasst! Anpieseln! Stellen Sie sich das einmal vor! Sonst findet er keine Befriedigung, sagt er. Da lasst er sich anpieseln! Das sagt er im Fernsehn. Am Nachmittag. Wo vielleicht Kinder vorm Fernseher hocken. Was sagen jetzt da Sie!? Lasst sich der anpieseln und sagt das im Fernsehn. Am Nachmittag. Da sagen Sie jetzt nix mehr, oder!?"


aus dem "Deutschen Architektenblatt" 01-2015


aus der Berufsordnung zu den Motiven des Architekten:

"Das wohlverstandene Interesse der Allgemeinheit an der menschenwürdigen Umwelt hat Vorrang unter allen Motiven ..."